Ein Geschlechtsunterschied im menschlichen Gehirn
und seine Beziehung zur Transsexualität

Intersexualität
Wissenschaftler haben zahlreiche Gene entdeckt, die einen Embryo zu einem sexuellen Wesen machen. Mit der Zeugung wird zunächst ein Chromosomengeschlecht festgelegt: XX oder XY. Bis zur siebten Woche gleichen sich männliche und weibliche Embryonen. Erst jetzt bilden sich Eierstöcke oder Hoden, und das ist der kritische Punkt. Nur unter dem Einfluss von Hodenhormonen entwickelt sich ein männlicher Fötus, bleibt die Hodenentwicklung aus, formt sich ein weiblicher Körper. Diese Entwicklung ist unabhängig davon, ob ein Y-Chromosom vorhanden ist oder nicht. Eines von 2000 Kindern wird ohne eindeutiges Geschlecht (intersexuell) geboren.

Transsexualität
Bis heute ist unklar, wie Sexualhormone und das Geschlechtsempfinden zusammen-spielen. Der Amsterdamer Neuroforscher Dick Swaab glaubt einen Teil der Antwort in einem Nervenkern des Zwischenhirns gefunden zu haben.

 

Ein Neutronenhaufen mit dem Kürzel "BSTc" ist in das limbische System eingebettet, in dem viele Forscher eine Art Steuerzentrale des Sexualverhaltens sehen. Der BSTc scheint bei Männern deutlich grösser zu sein und könnte somit den "kleinen Unterschied" auslösen. Dementsprechend sind hormonelle Veränderungen oder Rezeptorfehler häufig Ursachen für "Unstimmigkeiten" in der geschlechtlichen Entwicklung. »nano«
Siehe auch »Das Geschlecht«

 

J.-N. Zhou, M.A. Hofman,
D.F. Swaab, L.J. Gooren

NATURE, 378: 68-70 (1995)

bed nucleus der stria terminalis - BSTc

A Heterosexueller Mann

C Homosexueller Mann

B Heterosexuelle Frau

D Mann-zu-Frau-Transsexuelle

Zusammenfassend legen unsere Beobachtungen nahe, dass die geringe Grösse
des BSTc in MzF Transsexuellen nicht durch Unterschiede von Hormonpegeln im Erwachsenenalter erklärt werden kann, sondern dass sie sich während der Entwicklung durch eine organisierende Aktion von Geschlechtshormonen etabliert.

Den ausführlichen Bericht finden Sie »hier«

Correspondence and requests for materials to:

J.-N. Zhou, M.A. Hofman and D.F. Swaab
Graduate School Neurosciences Amsterdam
Netherlands Institute for Brain Research
Meibergdreef 33
1105 AZ Amsterdam ZO
The Netherlands

 

L.J.G. Gooren
Department of Endocrinology
Free University Hospital
1007 MB Amsterdam
The Netherlands
Email: lgooren@inter.nl.net

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